Krankenversicherung

In vielen Ländern (wie auch den Niederlanden) besteht für Studierende eine Krankenversicherungspflicht. Wer in der Bundesrepublik Deutschland einer Pflichtversicherung angehört, kann (unter bestimmten Voraussetzungen) aufgrund der Sozialversicherungsabkommen innerhalb der EU die Leistungen der entsprechenden Gebietskrankenkassen des Gastlandes in Anspruch nehmen.

Wer lediglich in den Niederlanden studiert, dort lebt, unter 25 Jahre alt ist und nicht in den Niederlanden arbeitet, kann weiter über die Familienversicherung der Eltern versichert beleiben. Erforderlich ist dafür der “Anspruchsnachweis“, den die deutsche Krankenkasse ausstellt, und im Gastland die Anmeldung bei der Gebietskasse. Es ist dringend notwendig, sich vor dem Auslandsaufenthalt bei der eigenen Krankenkasse gründlich zu informieren. Im Normalfall bringen Austauschstudierende eine Bestätigung auf dem Formblatt E-111 oder E-128 mit, das die zuständige Krankenkasse ausstellt. Privatversicherte müssen mit ihrer Krankenkasse klären, ob und für wie lange ein Auslandsschutz besteht.

Wer allerdings in den Niederlanden studiert und dort arbeitet oder älter als 30 Jahre alt ist, der muss sich in den Niederlanden mit einer so genannten Basisversicherung absichern.
Eine Vielzahl von Krankenversicherungen in den Niederlanden bietet einen breiten Versicherungsschutz zu vergleichsweise günstigen Tarifen, beispielsweise die Stiftung Studentengesundheitsfürsorge (Stichting Studentengezondheidszorg – SSGZ) oder – begrenzt auf einen Zeitraum vonmaximal anderthalb Jahren – auch der International Student Insurance Service (ISIS). Darüber hinaus beschäftigen manche niederländischen Universitäten Ärzte und Psychologen, die die an der entsprechenden Einrichtung eingeschriebenen Studierenden in beschränktem Umfang kostenlos behandeln.
Die Kosten für die Basisversicherung belaufen sich auf 1.200 bis 1.300 € pro Jahr. Dabei muss man sich mit 350 € pro Jahr an den Krankheitskosten beteiligen. Zur Finanzierung der Krankenversicherung in den Niederlanden kann man auch als Deutscher einen einkommensabhängigen Zuschuss des niederländischen Staates in Anspruch nehmen. Wer allerdings pro Jahr mehr als 39.939 € Verdienst erhält oder ein Vermögen von mehr als 101.139 € hat, erhält keinen Zuschuss. Der so genannte “Zorgtoeslag“ liegt bei maximal 88 € pro Monat (1.056 € pro Jahr).

Weitere Einsparmöglichkeiten (bis zu 10%) gibt es, wenn man sich an einer Grupperversicherung der Hochschule beteiligt. Diese Verträge werden als “Collectieve verzekering“ bezeichnet. Dazu sollte man sich an seiner Hochschule erkundigen.